Kolumbus, Deutschland Michel und Came4Beer&Cake gewinnen den Stuttgart Hackathon

Stuttgart | 04.11.2014 | Unter dem Motto „Hack for Culture“ programmierten sieben Teams das ganze Halloween-Wochenende lang
Die Siegerehrung im Literaturhaus Die Siegerehrung im Literaturhaus (Bild: Stuttgart Hackathon)

Vom 31. Oktober bis 2. November 2014 ging im Literaturhaus am Berliner Platz der Stuttgart Hackathon über die Bühne. Unter dem Motto „Hack for Culture“ hatte die MFG Innovationsagentur Entwickler aus ganz Baden-Württemberg eingeladen. 35 Teilnehmer kamen zum Startschuss am Freitagnachmittag und fanden sich nach Brainstorming und Ideenfindung in sieben Teams zusammen.

42 Stunden Zeit hatten sie, um eine digitale Anwendung zu konzipieren und umzusetzen. Weil der „Hack-Marathon“ vom MFG-Projekt Open Culture BW mitorganisiert wurde, konnten die Programmierer auf die Kulturdaten großer europäischer Bibliotheken und Archive zugreifen. So war beispielsweise Jens Ohlig von Wikimedia Deutschland vor Ort und stellte Wikimedia Commons und Wikidata vor. Auch Michael Büchner von der Deutschen Digitalen Bibliothek war stand mit Ratschlägen bereit.

„Wirklich beeindruckend, wie innerhalb eines Wochenendes so tolle Ideen erdacht und wahnsinnig schnell umgesetzt wurden“, erzählt Georg Sedlbauer, der das Event gemeinsam mit Simona Pede MFG-seitig organisierte. „Es war toll zu sehen, welches Potenzial in Kulturdaten steckt und wie man junge Leute dafür begeistern kann. Gleichzeitig hat uns der Hackathon auch gezeigt, dass an der Datenqualität teilweise noch gearbeitet werden muss.“

Live-Jurysitzung

Die Teilnehmer waren mit viel Elan bei der Sache, tippten fleißig in ihre Rechner und nahmen sich kaum Zeit zum essen. Spätestens in der Hochphase am Samstagabend und Sonntagvormittag schauten die meisten nicht mehr nach rechts oder links. Auch der eine oder andere Power Nap wurde nach der kurzen Nacht beobachtet. Nach einer letzten Teambesprechung wurden die finalen Werke am Sonntag ab 14 Uhr präsentiert, gefolgt von der Siegerehrung. In der Jury saßen Wolfgang Krauth vom Landesarchiv Baden-Württemberg, Andreas Vollmer von der appealing GmbH, Nico Kreinberger, Projektleiter Europeana Creative und Stephanie Lang, Projektleiterin Digital Content Funding.

Preise wurden in drei Kategorien verliehen. Als beste Anwendung wurde die Kulturentdecker-App Kolumbus ausgezeichnet, den Preis für das beste Design gewann die Quiz-Anwendung Deutschland Michel. Und mit dem Sonderpreis „Scariest App“ wurde der unheimlich Infoservice von Came4Beer&Cake prämiert. Auch 404 - About your name beeindruckte die Jury und bekam ein „Special Mention.“

Eindrücke vom Hackathon liefert auch das Video Hack for Culture im YouTube-Kanal der MFG.

Die Teams sind motiviert bei der Sache Die Teams sind motiviert bei der Sache (Bild: Stuttgart Hackathon)

Die Hackathon-Teams im Überblick:

  • Team 1: Pin Plot lässt die Reise der Protagonisten verschiedener Büchern hautnah miterleben und auf der Landkarte nachverfolgen! So kann man zum Beispiel bei Tolkiens Herrn der Ringe in Gandalfs Fußstapfen wandeln.
     
  • Team 2: Passend zum Wochenende: Mit Pumkins&Ghosts können Kinder und Eltern via GPS gezielt nach Haushalten suchen, bei denen sie Süßes und Saures abstauben können.
     
  • Team 3: Spielend lernen mit dem Deutschland Michel. Im 2D-Jump'n'Run-Spiel besucht Michel die deutschen Bundesländer und muss dazu typische Fragen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden beantworten.
     
  • Team 4: Came4Beer&Cake liefert unheimliche und gruselige Infos rund um Handlungen und deren Konsequenzen von Diktatoren und Serienkiller über Völkermorde und Terrorismus bis zum zweiten Weltkrieg und Irakkrieg - grafisch vereinfacht dargestellt.
     
  • Team 5: Clash of Culture ist ein Wettbewerb, bei dem zwei Spieler als kulturelle Figuren gegeneinander antreten und Fragen zu ihren Kulturen beantworten müssen.
     
  • Team 6: Die App  Kolumbus - Discover culture liefert komprimierte Informationen über Museen oder Sehenswürdigkeiten in der Nähe per Push-Nachrichten.  Empfangsradius und -frequenz kann man selbst festlegen, dazu gibt es einen geografischen Überblick via Map.
     
  • Team 7: 404 - About your name: Die Idee ist, Wartezeiten zu überbrücken. Wenn man zum Bespiel an einer Bushaltestelle steht, kann man nach Vornamen zu suchen und statistische Informationen erhalten, etwa das durchschnittliche Lebensalter oder den häufigsten Beruf.

Aktuelle Infos zum Hackathon gibt es unter dem Hashtag #HackStg2014. Partner der Veranstaltung waren neben Open Culture BW auch das EU-Projekt CCAlps und das Stuttgarter Unternehmen SoftScience.

Quelle: MFG
Mehr Infos:

Stuttgart Hackathon
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