Humboldt-Stipendiatin Dr. Katja Markert stellt Ergebnisse ihrer Arbeit vor
13.07.2012 | Computerlinguistin vom HITS berichtet auf Konferenz ACL in Jeju/ Südkorea von ihrer Forschung
Die Computerlinguistin Dr. Katja Markert kam im August 2011 mit einem Humboldt-Forschungsstipendium für erfahrene Wissenschaftler zu einem einjährigen Aufenthalt ans Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS). Sie lehrt seit 2003 an der University of Leeds, zunächst als „Lecturer“, dann als „Reader“ (Associate Professor). Zuvor forschte Katja Markert mit einem Emmy-Noether-Stipendium an der University of Edinburgh. Promoviert hatte sie 1998 in Computerlinguistik an der Universität Freiburg, im Graduiertenkolleg "Menschliche und maschinelle Intelligenz". Davor hatte sie Mathematik mit Nebenfach Anglistik an der Universität Erlangen-Nürnberg studiert. Ihr Gastgeber ist Prof. Michael Strube, Leiter der Forschungsgruppe Natural Language Processing (NLP) am HITS.
Mit dem Humboldt-Forschungsstipendium für erfahrene Wissenschaftler haben Forscher die Möglichkeit, ein selbst gewähltes langfristiges Forschungsvorhaben in Kooperation mit einem selbst gewählten wissenschaftlichen Gastgeber an einer Forschungseinrichtung in Deutschland durchzuführen.
Forschungsschwerpunkt bildet das sogenannte „Bridging“
Katja Markerts Forschungsschwerpunkt bildet das sogenannte „Bridging“, das für automatische Textzusammenfassung, Informationserschließung und für Programme wichtig ist, die Text automatisch in gesprochene Sprache umwandeln. Katja Markert: „Eine der Grundfragen lautet: Wie werden Entitäten, also Wörter, die Dinge beschreiben, eingeführt, und wie kann man auf sie zugreifen?“ Ein Beispiel: Im Text: „Der Ladeninhaber wurde ermordet. Freunde waren empört über den Mord. Leider sind solche Verbrechen in Manhattan normal.“ bezieht sich „Freunde“ auf den „Ladeninhaber“. Dieser wurde vorher schon eingeführt. Mit Algorithmen versucht Katja Markert eine „Brücke“ zwischen der „alten“ und „neuen“ Entität herzustellen, damit der Text insgesamt einen Sinn ergibt.
Ihre Forschung als Gastwissenschaftlerin am HITS führte bisher zu zwei Resultaten, die sie in einem gemeinsamen Papier mit Michael Strube und der HITS-Doktorandin Yufang Hou beschreibt: einem annotierten Corpus und einem Algorithmus zur automatischen Erkennung des Informationsstatus von Entitäten. „Unser neues Verfahren hat zehn Prozent bessere Ergebnisse erzielt als der bisherige Standardalgorithmus.“ Das Papier wird in dieser Woche auf der Computerlinguistikkonferenz ACL in Jeju/Südkorea vorgestellt (COLLECTIVE CLASSIFICATION FOR FINE-GRAINED INFORMATION STATUS. Katja Markert, Yufang Hou and Michael Strube. ACL 2012, Jeju/Korea, Long paper, www.acl2012.org ).
„Am HITS gefällt mir die Mischung aus Ruhe und ungemeiner Produktivität sehr gut“, zieht Katja Markert nach elf Monaten in Heidelberg Bilanz. „Ich habe den Eindruck, dass man den Forschern viel Vertrauen und Freiheit schenkt.“ Sie beabsichtigt, im nächsten Jahr wieder ans HITS zu kommen.
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