Interaktive Telefonkonferenz-Lösung überzeugt Investoren
14.04.2011 | Tübinger Forscher erhält auf dem 10. Heidelberger Innovationsforum den bwcon Award
Die beste Geschäftsidee hat eine Fachjury auf dem 10. Heidelberger Innovationsforum am 12. April 2011 prämiert. Sieger wurde Dr. Christian Hoene von der Universität Tübingen. Für seine Idee erhielt er den bwcon Award „Best Business Idea“ der Wirtschaftsinitiative Baden-Württemberg: Connected – bwcon. Die Innovation: Ein intelligentes Raumklang-Telefonkonferenzsystem imitiert eine räumliche Verteilung der Gesprächspartner auf akustische Weise. Das erhöht die Qualität von Telefonkonferenzen mit mehreren Gesprächspartnern erheblich. Die Veranstalter, die MFG Baden-Württemberg und das European Media Laboratory (EML), gratulieren dem Sieger.
Zum Abschluss des 10. Heidelberger Innovationsforums wurde am Abend des 12. April die überzeugendste Geschäftsidee vor rund 120 Forschern, Unternehmern und Investoren aus acht Ländern und drei Kontinenten prämiert. Eine Fachjury wählte „Spatial Audio Teleconferencing“ zum Favoriten. Für diese Geschäftsidee erhielt Dr. Christian Hoene von der Universität Tübingen den bwcon Award „Best Business Idea“ der Wirtschaftsinitiative Baden-Württemberg: Connected – bwcon. Am Tag zuvor hatte der Gewinner ein spezielles Coaching von Experten erhalten. Damit bereitete der Veranstalter, die MFG Baden-Württemberg, in einem Pilotprojekt ausgewählte Forscher und Gründer auf ihre Präsentation vor Investoren vor.
Der Ansatz der Gewinneridee: Bei bisherigen Telekonferenzsystemen ist die akustische Qualität häufig schlecht, außer es handelt sich um spezielle und damit sehr hochpreisige Systeme. Im Vergleich zu einem Vor-Ort-Treffen ist der Redner oft nur schwer zu verstehen. Besonders eklatant tritt dieser Unterschied zu Tage, sobald mehrere Personen gleichzeitig sprechen. Dann verschwimmen die Redner in normalen Telekonferenzen zu einem unverständlichen Stimmen-Wirrwarr.
Das Team um Dr. Christian Hoene hat hingegen ein Raumklang-Telefonkonferenzsystem entwickelt, das sich den Cocktailparty-Effekt zunutze macht. Unter diesem Effekt versteht man die Fähigkeit des menschlichen Gehörs, sich auch auf einer Party, bei der viele Menschen gleichzeitig sprechen, nur auf die Worte des eigenen Gesprächspartners konzentrieren zu können und die anderen automatisch auszublenden. Die Entwicklung optimiert die räumliche Sprachwiedergabe, so dass die Stimmen den jeweiligen Gesprächspartnern besser zugeordnet werden können. Da das System beliebig viele virtuelle Räume modellieren kann, entfallen ebenfalls die hohen Anschaffungskosten für Telekonferenzräume. Hochwertige Konferenzen per Telefon werden somit für eine breite Masse bezahlbar.
Um Dr. Christian Hoene auf den Weg in den Markt weiter zu fördern, erhält er Unterstützung im Rahmen des Coach & Connect-Programms. Damit bietet bwcon jungen wie auch expandierenden Hightech-Unternehmern und Gründern ein umfangreiches Beratungs- und Betreuungsangebot, um sie branchenspezifisch und zielgerichtet in den unterschiedlichen Phasen ihres Unternehmensaufbaus – von der Gründung bis hin zur Expansion – zu begleiten.
Die vierköpfige Jury im Überblick:
- Dr. Joachim Bernecker, Unternehmer und Investor, Straubenhardt
- Dr. Matthias Dill, Investment Manager, High-Tech-Gründerfonds
- Reinhard Hamburger, Vorstand Baden-Württemberg: Connected e.V.
- Christian Siegele, Business Angel, Stuttgart
Der Gewinner wurde noch am Veranstaltungstag, beim festlichen Networking Dinner im Palais Prinz Carl, bekannt gegeben.
10. Heidelberger Innovationsforum fokussiert immersive Technologien
Viel versprechende Geschäftsideen und exzellente IT-Forschungsergebnisse kurz und pointiert präsentiert – mit diesem Angebot richtete sich das 10. Heidelberger Innovationsforum auch in diesem Jahr erneut an Investoren und Industrieentscheider. Im Fokus der Veranstaltung, die von der MFG Baden-Württemberg gemeinsam mit dem European Media Laboratory veranstaltet wurde, standen diesmal immersive Technologien aus unterschiedlichen Feldern. So wurden u. a. ein virtuelles Klassenzimmer, ein Kommunikationstool für Taubblinde und Lösungen für 3D-Effekte in Games vorgestellt. Unter den über 100 Teilnehmern der Fachveranstaltung waren zahlreiche internationale Gäste, darunter Delegationen aus Kanada und Taiwan.
In achtminütigen Vorträgen waren die insgesamt 20 Forscher, Entwickler und Firmengründer gefordert, sowohl das Fachpublikum als auch die vierköpfige Jury von ihren Ideen zu überzeugen. Für sie ist das Heidelberger Innovationsforum auch immer eine ideale Gelegenheit, um geeignete Investoren und Kooperationspartner für ihre Projekte zu finden.
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