Empfehlungen für die Förderung von Open Data

Friedrichshafen | 16.03.2017 | Internationales Expertenteam stellt Maßnahmen zur dauerhaften Etablierung von Open Data vor
Open Data Symboldbild (Bild: pixabay.com)

Deutschland beteiligt sich seit Dezember 2016 an der Open Government Partnership. Regierung und Zivilgesellschaft erarbeiten momentan gemeinsam einen ersten Nationalen Aktionsplan, mit dem die Maßnahmen festgelegt werden, wie Deutschland in den kommenden beiden Jahren seine Teilnahme in den Themenfeldern Transparenz, Bürgerbeteiligung und Zusammenarbeit umsetzen will.

Gleichzeitig erweitert Deutschland sein E-Government-Gesetz um einen Open-Data-Artikel: Offene Daten sollen zumindest für Bundesbehörden zum Standard werden. Auch die Länder arbeiten an der Umsetzung von Open Data: Nordrhein-Westfalen entwickelt einen Open-Data-Pakt zwischen Land und Kommunen. Baden-Württemberg testet ein Datenportal. Politik und Verwaltung erkennen zunehmend das in offenen Daten liegende Potential. In einer Studie beziffert die Konrad Adenauer Stiftung deren „volkswirtschaftlichen Mehrwert“ auf 43.1 Milliarden Euro jährlich. Offene Daten sind ein aktuelles wie gewinnbringendes Thema, was Politik und Verwaltung zunehmend erkennen.

Doch wie können Gesetze in nachhaltige Maßnahmen übersetzt werden? Entscheidend für die dauerhafte Etablierung von offenen Daten ist die Schaffung einer Open-Data-Kultur. In diesem Punkt sind sich Verwaltungsexperten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein einig. Seit Sommer 2014 hat die sogenannte ODG D-A-CH-LI-Kooperation (Open Government Data) Empfehlungen erarbeitet, die eine solche Kultur fördern können.

Wichtig sind sowohl Maßnahmen, die innerhalb der Verwaltung wirken, also auch außenwirksame Strategien. Die Experten empfehlen zum Beispiel den Aufbau einer gemeinsamen Wissensbasis, die Verwaltungsakteuren bei der Umsetzung von Open Data hilft. Auch Weiterbildungen erachten sie als unabdingbar. Genauso erforderlich halten sie den fachlichen Austausch, um sich gegenseitig zu unterstützen. Zugleich müssen sie Nutzen und Mehrwerte klar herausarbeiten, damit datengetriebene Ansätze Entscheidungsträger, Unternehmen und Bürger überzeugen.

Institutsdirektor Prof. Dr. Jörn von Lucke von der Zeppelin Universität, Koordinator des Vorhabens, freut sich: „Mit dem Impulspapier haben wir die vorhandenen Erfahrungen der Verantwortlichen für offene Daten im deutschsprachigen Raum zusammengetragen. Eine Veröffentlichung ist konsequent, denn wir alle sollten beim Aufbau neuer datengetriebener Ansätze für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft von den Erkenntnissen und Vorschlägen unserer Nachbarn gegenseitig profitieren. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir so eine Umsetzung von Open Data auch in der Fläche beschleunigen werden.“

Der gesamten Bericht „Maßnahmen für den Aufbau einer Open Data-Kultur“ mit allen Empfehlungen findet sich zum Download [PDF] bereit.

Quelle: The Open Government Institute
Mehr Infos:

The Opern Government Institute