CeBIT 2012: Baden-Württemberger sind mit Sicherheit innovativ

15.02.2012 | Computermesse, Gemeinschaftsstand, Softwarelösungen
Messehalle mit vielen Menschen Der Gemeinschaftsstand Baden-Württemberg im Public Sector Park in Halle 7. (Bild: textbar)

Mit über 230 Ausstellern wird Baden-Württemberg auf der kommenden CeBIT in Hannover wie immer stark vertreten sein. Wer sich auf der weltgrößten Computermesse für spannende Projekte und IT-Innovationen aus Deutschlands Südwesten interessiert, für den ist der Baden-Württemberg-Stand im Public Sector Parc die perfekte Anlaufstelle. Auch Finanz- und Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid wird die beliebte Plattform nutzen, um sich über aktuelle Trends in IT und E-Government zu informieren.

Gespannt blicken IT-Anwender und -Anbieter in diesen Tagen nach Hannover. Am 5. März wird dort Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel die weltgrößte Computermesse CeBIT eröffnen. Welche Neuheiten und Innovationen werden die Aussteller aus über 60 Ländern vom 6. bis 10. März dort präsentieren? Welche Trends werden sich abzeichnen? IT-Services aus der Cloud, Mobile und Social Media werden schon lange als Zukunftsthemen gehandelt, aber ihren vollen Mehrwert können entsprechende Lösungen nur entfalten, wenn Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet sind. Darum haben die CeBIT-Veranstalter „Managing Trust“ zum diesjährigen Leitthema erkoren.

Baden-Württemberg: Ein IT-Kraftzentrum, das Vertrauen schafft

Wie Softwarelösungen für mehr Vertrauen und Sicherheit in der digitalen Welt sorgen und attraktive Services den Dialog mit Bürgern und Kunden auf ein neues Niveau heben, darin kennen sich IT-Spezialisten aus Baden-Württemberg besonders gut aus. Die Bedeutung des Landes als ITK-Standort unterstreicht auch der CeBIT-Besuch des baden-württembergischen Finanz- und Wirtschaftsministers Dr. Nils Schmid. Den von bw-i und der MFG Innovationsagentur für IT und Medien organisierten Gemeinschaftsstand Baden-Württemberg – seit über zehn Jahren auf der CeBIT eine feste Größe – finden die Messebesucher wieder im Public Sector Parc (CeBIT gov., Halle 7, Stand C40), der in diesem Jahr die komplette Halle 7 ausfüllt. Am Donnerstag, den 8. März (12:00 bis 14.30 Uhr) wird Schmid sich bei den Unternehmen und Institutionen am Gemeinschaftsstand über aktuelle Trends und Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnik informieren.

Spurensuche im Studiengang „Digitale Forensik“. Spurensuche im Studiengang „Digitale Forensik“. (Bild: Hochschule Albstadt-Sigmaringen)

Innovationen in Forschung und Lehre

Die 17 Aussteller zeigen vor allem zukunftsweisende Lösungen für den öffentlichen Sektor aber auch andere innovative Projekte aus Forschung, Lehre und Mittelstand.

Ganz und gar in eine virtuelle Welt eintauchen können die CeBIT-Besucher etwa bei der Live-Demonstration des Instituts für Mess-, Regel- und Mikrotechnik der Universität Ulm. Möglich macht das die spezielle Video-Brille des Headtracking-Projekts ImmerSight. „Unser Verfahren gestattet nicht nur eine 360-Grad-Rundumsicht, sondern auch ein natürliches, räumliches Bewegen in der virtuellen Umgebung. Das ist ideal für Simulatortrainings“, erklärt der technische Projektleiter des Studienprojekts, Stefan Hörmann. Dazu passend präsentiert das Institut für Verteilte Systeme der Uni Ulm Grafikapplikationen und 3D-Simulationen.

Wie digitale Spuren aufgedeckt und Hackerangriffe analysiert werden können, das erfahren Interessierte am Stand der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Sie gewährt Einblicke in ihren berufsbegleitenden Masterstudiengang „Digitale Forensik“, der seit seinem Start 2010 unter Vollauslastung läuft. Außerdem erläutern Programmleiter Steve Kovács und seine Kollegen gerne, wie sie durch das vom BMBF geförderte Open Comptence Center for Cyber Security (Open C³S) im Verbund mit sieben weiteren Hochschulen Forschungswissen zur IT-Sichehreit rasch an IT-Verantwortliche in Behörden und Unternehmen vermitteln. „Es gab noch nie eine vergleichbare akademische Initiative, die in einem solch großen Umfang Qualifizierungsangebote entwickelt“, sagt Kovács und „die Beteiligung von Wirtschaft, Behörden und Verbänden ist enorm“.

Polizeiwagen mit zwei Insassen Mit der Kofferlösung „MICC Secure Edition“ sind Einsatzkräfte überall vernetzt (Bild: T-Systems IDS)

Datensicherheit selbst im Katastrophenfall

Bei COMback dreht sich passend zum diesjährigen CeBIT-Motto alles um die Sicherheit von Daten und IT-Infrastrukturen. Es gibt wohl nur wenige Orte, an denen Daten so sicher sind, wie im Hochsicherheits-Rechenzentrum CITA, dem ehemaligen Atombunker der Landesregierung von Baden-Württemberg. Der Sicherheitsanspruch von COMback geht aber weit über die Infrastruktur hinaus und schließt die Beratung zu Notfallvorsorge und Datenschutz, das Hochsicherheits-Housing, die Langzeitarchivierung und die Sicherheitssoftware DocuProtection ein. Nicht ohne Grund ist COMback das einzige Unternehmen in Deutschland, das für alle Geschäftsprozesse nach ISO 27001 auf Basis BSI Grundschutz für hohen und höchsten Schutzbedarf zertifiziert ist.

Thomas Schühle und seine Kollegen sorgen mit „MICC – die Kofferlösung von T-Systems“ ebenfalls dafür, dass Entscheider selbst im Katastrophenfall handlungsfähig bleiben. Sie hat sich schon in vielen Einsätzen bewährt. Neu sind weitere Kompakt-Lösungen, die T-Systems IDS 2012 erstmals auf der CeBIT präsentiert: Die „MICC Checkin Edition“, ein Koffer der alles enthält, was der Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen vor Ort für die Spenderregistrierung benötigt. Außerdem erhalten Besucher am Stand ihren persönlichen „Fingerprint to go“, erstellt mit einer polizeilichen Kofferlösung. Weitere Exponate sind ein Beamerkoffer, ein militärischer Outdoorkoffer mit filigranem Tablet-PC sowie ein Servicekoffer.

Erstmals am Gemeinschaftsstand vertreten ist die GfWI Gesellschaft für Wirtschaftsinformatik. „Wir haben uns für eine Präsentation am Baden-Württemberg-Stand entschieden, weil das unsere Herkunft und unseren eigenen Qualitätsanspruch unterstreicht“, sagt GfWI-Geschäftsführer Jan Eggensperger. Der 25 Köpfe starke Mittelständler aus Ettlingen hat sich mit branchenspezifischen ERP- und CRM-Lösungen einen Namen gemacht, die vollkommen in die Microsoft-Umgebung integriert sind. Als Gold-Partner von Microsoft stellt die GfWI ihre brandneuen CRM-Lösungen für Verbände und Stadtwerke vor sowie den AddressGrabber, der Kontakt-Daten automatisch in die richtigen Felder einliest.

Menschen im Rechenzentrum. Blick ins Rechenzentrum KDRS/RZRS. (Bild: KDRS/RZRS/Felies-Gericke)

Welche Prüfungen und Zulassungen IT-Unternehmen benötigen, um Waren z. B. nach China, Korea oder Taiwan exportieren zu dürfen, das erfahren Interessierte am Stand des Zertifizierungsspezialisten Nemko. Mit internationalem Know-how sowie weltweit 24 Standorten, von denen die meisten mit eigenen Prüfeinrichtungen für elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) und elektrische Sicherheit ausgestattet sind, bieten die Experten von Nemko einen schnellen Marktzugang in über 160 Ländern.

Open Data, Trusted Clouds und Services für den öffentlichen Sektor

Neben Hochschulen und innovativen Mittelständlern sind vier Ministerien des Landes am Gemeinschaftsstand vertreten: das Innenministerium, das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft, das Justizministerium und das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Aufmerksamkeit wecken dürfte das besondere Engagement der Landesverwaltung für mehr Transparenz und Offenheit durch frei zugängliche Datenbestände. Am Mittwoch, den 7. März um 13 Uhr, werden Staatsrätin Gisela Erler und Ministerialdirektor Dr. Herbert O. Zinell am Gemeinschaftsstand das Open-Data-Portal Baden-Württemberg unter opendata.service-bw.de freischalten.

Ein gefragter Partner für sicheres Cloud-Computing im öffentlichen Sektor ist die Kommunale Datenverarbeitung Region Stuttgart (KDRS) mit dem ihr angeschlossenen Rechenzentrum (RZRS). Ihren Kunden in der ganzen Republik stellen die Stuttgarter vor allem Rechenleistung und Cloud-Lösungen im SAP- und Java-Umfeld zur Verfügung. Zu den Neuheiten, die sie auf der diesjährigen CeBIT vorstellen, gehört der Prototyp einer Business-Intelligence-Lösung für Kommunen (KSIS).

Die Datenzentrale Baden-Württemberg (DZBW) sieht neben der Datensicherheit die abteilungs- und fachübergreifende Prozessoptimierung als wesentliche Herausforderung der Zukunft. Ihre neue Software-Generation entwickelt die DZBW auf Basis einer serviceorientierten Architektur (SOA). „Aktuell arbeiten wir an den modernsten cloudfähigen Komplettlösungen Deutschlands für Kfz-Zulassungsstellen und Einwohnermeldeämter, und zwar mit dem Ziel, die Effizienz in den Kommunen entscheidend zu steigern“ berichtet Susanne Kriege.

Ortsschild vom Gemeinschaftsstand Baden-Württemberg Bei der Happy Hour Geschäfts- und Kooperationspartner in lockerer Atmosphäre kennenlernen.

Maßgeschneiderte IT-Lösungen für die öffentliche Verwaltung bietet ebenso die Dettinger Softwareschmiede cit. Geschäftsführer Thilo Schuster und Klaus Wanner stellen gemeinsam mit ihrem Team Erweiterungsmodule für ihr Formularprozess-Management-System „cit intelliForm“ vor und demonstrieren, wie der neue Personalausweis zum Garant einer sicheren Identität in elektronischen Formularprozessen wird.

Auch Schulbehörden, Schulen und Hochschulen treffen am Baden-Württemberg-Stand Experten, die sie beim Optimieren ihrer Prozesse unterstützen. Das ISB Institut für Software-Entwicklung und EDV-Beratung informiert über seine Schulverwaltungslösung edoo.sys. Daneben stellen die Karlsruher IT-Dienstleister verschiedene E-Government-Projekte vor sowie Lösungen aus dem Bereich Geodateninfrastruktur – insbesondere mit Blick auf die Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie, mit der die EU eine einheitliche Geodaten-Basis mit integrierten raumbezogenen Informationsdiensten anstrebt.

Schon jetzt ist klar: Die Dichte an innovativen Lösungen für Unternehmen und die öffentliche Hand wird am Baden-Württemberg-Stand wieder hoch sein. Eine gute Möglichkeit potenzielle Geschäfts- und Kooperationspartner in lockerer Atmosphäre kennen zu lernen, Kontakte zu knüpfen und sich mit IT-Strategen aus Baden-Württemberg auszutauschen bietet die Welcome Happy Hour am Abend des ersten Messetages (6. März, 17 bis 18 Uhr) zu der die Aussteller alle Interessierten herzlich einladen.

Text: Silva Schleider