Paternoster: Hightech von gestern bewegt bis heute die Innovationsagentur
09.08.2012 | Innovation, Historisches, Mobilität
Ruhig und beständig gleiten die Kabinen des Paternosters in der Breitscheidstraße 4 in Stuttgart auf und ab. Jeden Tag steigen Mitarbeiter der MFG Innovationsagentur für IT und Medien ganz selbstverständlich ein und aus, lassen sich von einem Stockwerk ins nächste transportieren. Für sie gehört der Paternoster längst zum Büroalltag. Schließlich entfällt bei ihm das lästige Warten, das man vom benachbarten Fahrstuhl gewohnt ist. Außerdem wird das jährliche Mitarbeitershooting für den MFG-Jahresbericht in diesem historischen Aufzug gemacht.
Doch viele Menschen wissen nicht einmal was das ist - ein Paternoster. Dabei lässt sich der Umlaufaufzug so einfach erklären, wie er funktioniert: Mehrere an zwei Ketten hängende Einzelkabinen befinden sich ununterbrochen im Umlaufbetrieb, wie Perlen an einer Schnur - daher auch der Name Paternoster („Vater unser“) in Anlehnung an den katholischen Rosenkranz.
Vom Lasten- zum Personenaufzug
Zunächst als Lastenaufzug im Bergbau gedacht, wurde der Paternoster 1882 in England erstmals auch zur Beförderung von Personen genutzt und war bald schon in ganz Europa bekannt und beliebt. Nach EU-Regelung dürfen Paternoster aber aus Sicherheitsgründen nicht mehr neu gebaut werden und auch die bestehenden unterliegen strengen Wartungsauflagen. So kommt es, dass der Paternoster immer mehr im Schwinden begriffen ist und die MFG neben nur wenigen anderen Unternehmen noch das Glück hat, ein Exemplar dieser bedrohten Art zu nutzen.
In Baden-Württemberg gibt es nämlich nur um die 15 Paternoster, die noch in Betrieb sind und auch diese werden nach und nach abgestellt. Aktive gibt es unter anderem im Stuttgarter Rathaus, der ehemaligen Bundesbahndirektion, im Amtsgericht sowie in der ehemaligen Salamander Schuhfabrik in Kornwestheim oder im Gewerbepark der Firma Junghans in Schramberg. Die MFG ist auf jeden Fall froh, dass ihr Paternoster bisher erhalten geblieben ist und ihre kreativen Köpfe ständig in Bewegung hält.
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