Auf dem Weg ins Digitale: Museen aus Baden-Württemberg erhalten passgenaue Unterstützung

Stuttgart | 16.02.2017 | MFG führt Coaching-Programm „Museen 2.0“ zur Entwicklung einer Roadmap für digitale Strategien durch
Menschen mit Smartphones vor der Monalisa im Louvre Die Digitalisierung hat auch die Museen erfasst. (Bild: privat)

Die digitale Transformation von Museen steht im Fokus des Coaching-Programms „Museen 2.0“ der MFG Innovationsagentur Medien- und Kreativwirtschaft. Das Ziel: Gemeinsam mit den Museen individuelle Fahrpläne für eine digitale Strategie entwickeln. Sechs Museen aus Baden-Württemberg widmen sich für mehrere Monate der spannenden Frage, wie sie den digitalen Herausforderungen begegnen können. Drei Museen starten im Februar, die anderen beginnen im Oktober mit der Umsetzungsphase. Bei „Museen 2.0“ kommen sowohl Gruppen- wie Einzelcoachings als auch Webinare zum Einsatz. Das Projekt wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg unterstützt.

Sammeln, bewahren, forschen, ausstellen, vermitteln – das sind die Aufgaben eines Museums. Die digitale Transformation nimmt Einfluss auf jede einzelne von ihnen. „Die Digitalisierung eröffnet den Museen ganz neue Möglichkeiten Kunst und Kultur zu vermitteln und so auch neue Besuchergruppen zu begeistern. Um eine individuelle Digitalisierungsstrategie zu entwickeln und umzusetzen, bietet das Coaching-Programm Ideen und Unterstützung,“ hebt Kunststaatssekretärin Petra Olschowski hervor.

Kulturinstitutionen aus Baden-Württemberg konnten sich für das Programm bewerben. Eine Jury hat nun sechs Museen ausgewählt. Von Februar bis November 2017 widmen sich das Landesmuseum Württemberg, das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart und das Deutsche Uhrenmuseum Furtwangen allen Fragen rund um ihre Digitalstrategie. Ab Oktober 2017 bis Sommer 2018 treiben die Staatsgalerie Stuttgart, das Badische Landesmuseum Karlsruhe und die Städtischen Museen Freiburg die digitale Transformation voran und lernen dabei von den Erfahrungen der ersten drei Häuser.

Wertvolle Lerneffekte

Das Coaching-Programm kombiniert Gruppencoaching mit Einzelcoaching-Elementen und Webinaren. Von zentraler Bedeutung beim Coaching ist die Berücksichtigung der Struktur und des Bedarfs der einzelnen Museen, um am Ende passgenaue, individuelle Strategien zu entwickeln.

Das Gruppencoaching bildet den Auftakt des Programms: Zunächst geht es für die Institutionen darum, ihren Ist-Zustand zu ermitteln und zu hinterfragen. Darauf aufbauend definieren die Museen ihre Vision und Ziele. Das Gruppencoaching soll zudem den Erfahrungsaustausch fördern, indem die Vertreter der Museen auf ihre Kollegen aus anderen Einrichtungen treffen. Digitale Medien unterstützen diesen Austausch, wie die Google+ Community Museen 2.0. In der Community können die Teilnehmer ihre Fortschritte während der gesamten Projektlaufzeit dokumentieren. Diese transparente, ortsunabhängige Kommunikation ermöglicht es allen auf dem Laufenden zu bleiben und voneinander zu lernen.

Auftakt nach Maß

Das erste Gruppencoaching für Vertreter des Landesmuseum Württemberg, des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart und des Deutschen Uhrenmuseums Furtwangen fand am 15. Februar in Stuttgart statt. Prof. Dr. Cornelia Ewigleben, wissenschaftliche Direktorin des Landesmuseum Württemberg: „Wir arbeiten derzeit an einer digitalen Gesamtstrategie für das Landesmuseum. Das Programm ‚Museen 2.0‘ kommt also genau zur richtigen Zeit, zumal wir ganz aktuell eine eigene Stelle in diesem Bereich schaffen. Nun gilt es, im gesamten Haus eine hohe Akzeptanz zu erzielen, alle Abteilungen aktiv einzubinden um das Thema breit zu verankern. Im Gruppencoaching erhielten wir bereits erste gute Ideen, wie wir das schaffen können.“

Die Erfahrungen und Ergebnisse, die die Teilnehmer sammeln, sollen am Ende der Umsetzungsphase als Good-Practice-Lösungen auch dem interessierten Fachpublikum bei einer Abschlussveranstaltung präsentiert werden.

Weitere Projekte der MFG im Bereich Digitale Kultur

„Stuttgart neu erzählt. Pulsierende Stadtgeschichten“ (April 2016 bis Oktober 2017)
Ein Kooperationsprojekt mit der Planungsstab Stadtmuseum Stuttgart und weiteren Partnern. Mithilfe des neuartigen Einsatzes von „Digital Storytelling“ wird der Dialog zwischen Museen und den Zielgruppen gestärkt. Bereits im Januar fand erfolgreich ein Story Jam statt, bei dem Stuttgarter ihre Geschichte digital aufbereiten und auf der Website einstellen konnten. Unter www.stuttgart-neu-erzaehlt.de können sich alle, die eine Stuttgart-Story zu erzählen haben, am Projekt beteiligen.

„Open Culture BW“ (Juni 2016 bis Oktober 2017)
Das Projekt stärkt die Verbindung zwischen GLAM-Institutionen (Galleries, Libraries/Bibliotheken, Archives, Museums) und der Games-Branche. Im Fokus stehen die Erprobung neuer, digitaler Formen der Wissensvermittlung nach dem Gamification-Ansatz für Ausstellungskontexte sowie die Sensibilisierung der  Kreativwirtschaft für digitale Kulturdaten: www.openculturebw.de

Quelle: MFG
Mehr Infos:

Projekt Museen 2.0