Code for Culture: Spielkultur trifft Kulturspiel

Stuttgart | 18.05.2017 | Vom 16. bis 18. Juni 2017 ist Game Jam in Stuttgart, im Rahmen der MFG-Initiative „Open Culture BW“
Monalisa verpixelt Beim „Code for Culture“ Game Jam stehen Serious Games im Fokus. (Bild: MFG)

Der Mensch spielt gerne – schon immer, für immer. Und spielend lernt er besser und schneller als auf anderen Wegen, diese Erkenntnis setzt sich mit dem Gamification-Trend immer stärker durch. Auch Serious Games haben Aufwind. Hier steht ein unterhaltendes Lernerlebnis im Vordergrund, weshalb Serious Games gerade in der kulturellen Bildung und im Umfeld digitaler Kulturschätze eine ideale Anwendung finden.

Nicht zuletzt deswegen ist digitale Kultur ein Leitthema der MFG Innovationsagentur Medien- und Kreativwirtschaft. Für die MFG-Initiative Open Culture BW stellen 15 namhafte Kultureinrichtungen – vom ZKM Karlsruhe über das Stuttgarter Kunstmuseum bis zu den beiden Landesmuseen – Datensets zur Verfügung. Das sind digitalisierte Kunst- und Kulturobjekte, zum Beispiel Bilder, Videos oder Karten, mit denen die Teilnehmer des Code for Culture Game Jams vom 16. bis 18. Juni 2017 Spielideen umsetzen können.

Kultur im Spiel erleben

„,Open Culture BW‘ setzt sich dafür ein, digitalisierte Artefakte offen zugänglich zu machen, um das kulturelle Erbe im digitalisierten Zeitalter zu bewahren“, so Staatssekretärin Petra Olschowksi, Kunstministerium Baden-Württemberg. „Wir begrüßen es sehr, dass so viele Kulturinstitutionen mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Daten offenlegen. Mit dem Voranschreiten der Digitalisierung wird es für den Kulturbereich immer wichtiger, neue Vermittlungsformate wie Spiele zu generieren, um die Digital Natives abzuholen.“

Computer- und Kultursymbole Mit Open Culture BW unterstützt die MFG Kulturinstitutionen im Südwesten. (Bild: MFG)

Bei der Kick-off-Veranstaltung am 10. Juni im Haus der Geschichte Baden-Württemberg stellen die Institutionen in kurzen Pitches ihre Datensätze und Spielideen vor. Die Teilnehmer, die überwiegend von den verschiedenen Hochschulen im Land kommen, haben dann Gelegenheit, Teams zu bilden. Mitmachen können Entwickler und Studierende aus Game Design, Informatik, Kultur und Medien.

Die Idee ist, dass sie ihre Fähigkeiten bestmöglich ergänzen, dabei aber mindestens einen Programmierer im Boot haben. Nachmittags schicken Größen der internationalen Games-Szene wie Jean-Michel Blottière und Emmanuel Guardiola den Teams inspirierende Videobotschaften mit Tipps und Tricks. Zum Schluss bekommen die Jammer einen Link-Rucksack an die Hand, um sich auf das kommende Wochenende einzustimmen.

Nachhaltigkeit im Fokus

Der Game Jam vom 16. bis 18. Juni im shackspace Stuttgart ist das eigentliche Programmierfestival, bei dem die Teams rund um die Uhr an ersten Prototypen arbeiten. Ihnen werden sieben Mentoren zur Seite gestellt, die Expertise in Sachen Datenintegration, Grafik, Audio, Film und Coding mitbringen.

Anders als bei klassischen Hackathons ist das Projekt mit dem Programmierwochenende nicht abgeschlossen. „Code for Culture“ geht dann in die Projektphase, während der die Studierenden gemeinsam ihre Serious Games weiterentwickeln. Dazu gehören zwei Feedback-Runden mit Mentoren und Institutionen. Weil die MFG eng mit den Hochschulen im Land kooperiert, erhalten die Studierenden auch ECTS-Punkte für ihre Projekte.

Im November kürt eine Fachjury die besten Spiele in den Kategorien Best Serious Game, Best Mobile Game und Best Design. Darüber hinaus vergibt das Sindelfinger IT-Beratungshaus Logicline einen Sonderpreis. Die „Code for Culture“-Preisverleihung ist Teil der OPEN! – Konferenz für digitale Innovation am 6. Dezember 2017. Hier haben die drei Gewinnerteams Gelegenheit, ihre Spiele öffentlichkeitswirksam zu präsentieren.

Autorin: Ines Goldberg
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