Im Sommer mit Design Thinking kreativ werden

Stuttgart | 12.04.2017 | Studierende und Dozenten können sich bis 31. Mai für die HOLA Summer School bewerben
Postkarten mit Schriftzug "HOLA die Waldfee" HOLA die Waldfee: Staunen, Anmelden, Weitersagen (Bild: MFG)

Lange Laufwege durch unterirdische Gänge, den Weg in die Innenstadt oder zur U-Bahn vorbei an ungünstig platzierten Läden finden: Wer schon einmal mit der S-Bahn am Stuttgarter Hauptbahnhof angekommen ist, kennt das. Dabei war die Passage unter dem Arnulf-Klett-Platz mit ihren verlängerten Öffnungszeiten früher einmal innovativ. Heute erschließt sich der Überholungsbedarf jedem Reisenden.

Wie man den Raum umgestalten und effektiver nutzen könnte, hat 2016 ein HOLA-Team erarbeitet.  Kürzere Wege, ein begrüntes offenes Umfeld und ein Farbleitsystem sind Bausteine ihres Konzepts, das bei der SSB auf echtes Interesse stieß. Als Auftraggeber war die Stuttgarter Straßenbahn AG bei der HOLA-Initiative der MFG dabei.

„Mit einem erfrischend interdisziplinären Ansatz hat das Team wichtige Impulse für die Modernisierung der Klett-Passage gesetzt“, berichtet Winfried Reichle, Unternehmensbereichsleiter Technische Infrastruktur der SSB. „Die eng an den Bedürfnissen der Umsteigenden orientierte Methodik hat eine Reihe neuer Einblicke geliefert, zum Beispiel dass auch das Geruchserleben eines Blumenladens eine Rolle spielen kann.“

Raum für kreative Ideen

Kreativem Denken einen Raum und eine neue Richtung geben, das ist das Ziel der MFG-Initiative HOLA: ein Labor, in dem innovative Ideen zum Brodeln gebracht und Zündstoffe für die Kultur- und Kreativwirtschaft gemischt werden. Die Zutaten: eine große Portion interdisziplinärer Geist, fachliches Know-how und persönliches Engagement.

HOLA steht für „Hochschulübergreifendes Labor für kooperatives Arbeiten“. Studierende und Dozenten interdisziplinäre Lösungsansätze für Challenges von Auftraggebern aus der Praxis. Während der HOLA Summer School vom 31. Juli bis 4. August 2017 werden die Teilnehmer mit der Design-Thinking-Methode vertraut gemacht. In der anschließenden Projektphase schärfen die Studierenden ihr Profil für die komplexen Herausforderungen des Arbeitsmarkts. Bis zum 31. Mai können sich Studierende aus dem Südwesten für HOLA bewerben.

Alexander Keil im Porträt Alexander Keil studiert an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd (Bild: MFG)

„Neben der nutzerzentrierten Methodik des Design Thinking hat uns der große Erkenntnisgewinn innerhalb der Challenges überzeugt“, erzählt Alexander Keil, Teammitglied bei der SSB-Challenge und Masterstudent an der HfG Schwäbisch Gmünd. „Wir konnten die Methodik an einer realen Aufgabe ausprobieren und direkt mit den Kunden in Kontakt treten. Dabei hat uns die interdisziplinäre Teamarbeit zwischen den Studiengängen Strategische Gestaltung, Verkehrsinfrastrukturmanagement, Kommunikationsmanagement und Audiovisuelle Medien unheimlich weitergebracht.“

Zukunftsperspektiven für Studierende

Der HOLA-Effekt: Die Teilnehmer lernen, mit der Design-Thinking-Methode zu arbeiten, die sich bereits in großen Unternehmen wie SAP, Deutsche Bank oder Airbnb etabliert hat. Design Thinking ist eine systematische Herangehensweise an komplexe Problemstellungen aus allen Lebensbereichen. Im Zentrum stehen Nutzerwünsche und praxisnahe Ergebnisse. Ideen werden in Form von Prototypen möglichst früh sichtbar gemacht, damit potenzielle Anwender sie testen und bewerten können. Die Arbeitsweise ist eng getaktet und iterativ, hinterfragt sich also ständig selbst.

HOLA richtet sich an Masterstudierende, Doktoranden und Dozenten aller Studiengänge baden-württembergischer Hochschulen sowie Bachelorstudierende ab dem 4. Semester. An den fünftägigen Methodenworkshop im Sommer schließt sich eine fünfmonatige Projektphase an, in der die Teams eine von vier Challenges in den Bereichen Museum, Webagentur, Handel und Non-Profit-Organisation bearbeiten. Die Studierenden erweitern ihre unternehmerischen Fähigkeiten und knüpfen durch die Zusammenarbeit mit den Auftraggebern wertvolle Kontakte. Dozenten haben Gelegenheit, ihr Lehrportfolio um eine Kreativmethode zu erweitern.

Alle Teilnehmer werden während der Projektphase von der MFG betreut, erhalten Gutscheine für Profi-Coachings, kommen zu Prototyping-Treffen zusammen und verfügen im Team über ein Sachmittelbudget. Bei einem Ergebnis-Pitch im November ermittelt eine Jury das überzeugendste Team, das dann auf der OPEN! Konferenz im Dezember 2017 seine Ergebnisse öffentlichkeitswirksam präsentieren darf.

Die vier Challenges im Überblick

  • Kaufland, Neckarsulm: Wie können wir unseren Kunden ein auf ihren Lebensraum abgestimmtes Einkaufserlebnis ermöglichen?
  • Behinderten-Förderung-Linsenhofen e.V.: Wie können wir ehrenamtliche Mithilfe für Menschen interessant und – auch längerfristig – erstrebenswert machen?
  • Spurenelemente GmbH, Stuttgart: Wie können wir Akquise-Prozesse so gestalten, dass wir die Neukunden erreichen, für die langfristige, wertebasierte Beziehungen wichtig sind?
  • Kunstmuseum Stuttgart: Wie können wir die Fragen, die Besucher an ein Kunstwerk haben, in unserem Kunstvermittlungsangebot stärker berücksichtigen und ansprechen?
Autorin: Ines Goldberg
Mehr Infos:

HOLA Programm
Kurzvorstellung von HOLA (YouTube-Video)