Strategien für Museen im digitalen Wandel

Stuttgart | 12.10.2017 | „Museen 2.0“ geht in die zweite Runde. Mit dem Coaching-Programm begleitet die MFG drei Museen
Gruppenfoto vor der Liederhalle Die Teilnehmer der zweiten Runde Museen 2.0 beim Auftakt-Event (Bild: MFG)

Wissen und Kultur speichern und vermitteln, das ist der Auftrag von Museen. Mit dem Internet als riesigem Wissensspeicher haben sie Konkurrenz bekommen. Die digitale Transformation ist Herausforderung und Chance zugleich, kann neue Wege zum Publikum eröffnen, Besuchern die Scheu nehmen, traditionelle Häuser aber auch ins Straucheln bringen.

„Die Relevanz von Museen wird in Zukunft auch davon abhängen, wie sie mit der Herausforderung des digitalen Wandels für ihre Arbeit, ihre Beziehung zu den Besuchern und den Dingen umgehen“, sagt Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt. „Der Schlüssel liegt in der Aufgeschlossenheit, im kommunikativen Austausch und in der digitalen Vernetzung.“ Die Expertin für digitale Umstrukturierung gab beim „Museen 2.0“-Gruppencoaching einen praxisorientierten Einstieg in die Strategieentwicklung bei Neueinrichtungen von Museen.

Fahrplan im digitalen Fahrwasser

Mit ihrem Coaching-Programm „Museen 2.0“ bietet die MFG passgenaue Unterstützung für baden-württembergische Museen. Am 11. Oktober 2017 ging das Programm in die zweite Runde. Beim ersten Gruppencoaching stellten Vertreter der Staatsgalerie Stuttgart, des Badischen Landesmuseums Karlsruhe und der Städtischen Museen Freiburg die Weichen für die nächsten Monate. Das Ziel: für jedes Haus eine individuelle Vision entwickeln.

Um die Teilnehmer zu unterstützen, kombiniert das Programm Gruppencoaching- und Einzelcoaching-Elemente mit informativen Webinaren. Dabei werden Struktur und Bedarf der einzelnen Museen berücksichtigt, um am Ende spezifische Strategien zu entwickeln. Das gemeinsame Coaching bildet den Auftakt: Zunächst geht es für die Institutionen darum, ihren Ist-Zustand zu ermitteln und zu hinterfragen. Auf dieser Grundlage definieren sie ihre Vision und legen individuelle Ziele fest. In einem auf diese Vision ausgerichteten Pilotprojekt sammeln die Museen dann Erfahrungen für die eigene Roadmap.

„Im Coaching bekamen wir den wichtigen Impuls, das Thema digitale Transformation umfassender und größer zu denken“, resümiert Dr. Tilmann von Stockhausen, Leitender Direktor der Städtischen Museen Freiburg im Breisgau, nach dem ersten Coachingtag. „Letztendlich macht es wirklich Sinn, alle Bereiche und Prozesse im Museum hier miteinzubeziehen.“

Voneinander lernen

Indem die Vertreter der Museen auf ihre Kollegen aus anderen Einrichtungen treffen, wird der Erfahrungsaustausch gefördert. Digitale Medien unterstützen diesen Austausch, wie eine Google+ Community oder moderierte Online-Meetings. Durch die transparente, ortsunabhängige Kommunikation bleiben alle auf dem Laufenden.

Dabei profitieren die Teilnehmer von den Erfahrungen der ersten Runde mit dem Landesmuseum Württemberg, dem Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart und dem Deutsche Uhrenmuseum Furtwangen. Diese stehen am Ende ihrer Umsetzungsphase und präsentieren ihre Ergebnisse und Erkenntnisse bei einer Abschlussveranstaltung am 15. November dem interessierten Fachpublikum. Die neue Runde wird im Sommer 2018 von ihren Erfahrungen berichten.

Anmeldung zum Event „Roadmapping: digitale Strategien in Museen“ am 15. November im Literaturhaus Stuttgart unter: bit.ly/2pqXfZY

Autorin: Ines Goldberg
Mehr Infos:

Initiative digital@bw
Staatsgalerie Stuttgart
Badisches Landesmuseum
Städtische Museen Freiburg